Google Analytics und Google Ads gemeinsam nutzen

Suchanzeigen auf Google können durch die Nutzung von Google Analytics ihr volles Potenzial entfalten. Um in der Fülle an Daten den Überblick zu behalten solltet ihr die Konten verknüpfen und einige bestimmte Kennzahlen im Blick haben.

Google Analytics bietet wertvolle Informationen, die bei der Optimierung von Google Ads und weiteren Kampagnen helfen können. Unsere Tipps beziehen sich auf das klassische Google Analytics – wenn ihr bereits das neue Analyse-Tool Google Analytics 4 Property verwendet, werdet ihr in unserem Guide zu Google Analytics 4 fündig.

Grundlegende Kennzahlen in Google Analytics

Ob ihr bereits Google Ads Kampagnen schaltet oder nicht – einige Kennzahlen sollten jedem Webshop-Betreiber bekannt sein.

Die Anzahl an Nutzern und Sessions bietet einen guten Überblick über den Traffic der Webseite. Die Grafiken veranschaulichen zudem, an welchen Tagen, Wochen und Monaten die Besuche ansteigen oder abfallen. Genauer könnt ihr dies dank dem Channel-Bericht auswerten. Egal, ob ihr lieber gruppierte Channels betrachtet oder euch an Quelle/Medium orientieren wollt: Die Übersicht der Kanäle gibt Aufschluss darüber, wie die Besucher auf die Webseite gelangen und wie sich die verschiedenen Kanäle über die Zeit entwickeln.

Die Berichte zu Technologie & Mobilgeräten helfen dabei, klare Prioritäten in der Schaltung von Anzeigen und der Verbesserung der Webseite zu setzen. Besuchen Nutzer die Seite hauptsächlich über Mobilgeräte, sollte die Optimierung für Mobilgeräte Vorrang haben. Ähnlich verhält es sich mit dem Bericht zu Allen Seiten. Hier können Seiten, die besonders viele Besuche verzeichnen, identifiziert werden, damit ihr euch bei Optimierungen zunächst auf diese konzentrieren könnt.

Conversions und Abschlussraten geben Aufschluss darüber, welcher Prozentsatz der Besucher eine gewünschte Aktion durchführt. Diese Abschlussrate zu kennen ist besonders dann von Bedeutung, wenn ihr bestimmen wollt, wie viel ihr maximal bereit seid pro Klick auszugeben.

Einbindung von Google Analytics in Google Ads

Google Analytics und Google Ads bieten wertvolle Informationen, die dabei helfen, sowohl Kampagnen als auch die Webseite zu verbessern und dadurch mehr Verkäufe zu erzielen. Analytics-Messwerte direkt auf der Google Ads Plattform zu sehen oder umgekehrt Google Ads Daten zu Analytics hinzuzufügen, erleichtert die Arbeit ungemein.

Google Ads- und Google Analytics-Konten können mit nur wenigen Klicks verknüpft werden. So können Abschlüsse für Transaktionen und andere Zielvorhaben in Google Ads importiert werden. Andere Zielvorhaben können beispielsweise der Besuch einer bestimmten Seite, das Absenden eines Formulars oder eine bestimmte Zeit, die auf der Webseite verbracht wurde, sein. Diese Zielvorhaben können als Conversions in Google Ads importiert werden, um die Leistung einzelner Anzeigen genauer analysieren zu können.

Im Bereich Einstellungen und Abrechnungen auf Google Ads findet sich der Menüpunkt Verknüpfte Konten. Hier kann unter anderem ein Google Analytics-Konto mit dem Google Ads-Konto verlinkt werden.

Im Anschluss können über die Option Websitemesswerte importieren Analytics-Daten in die Google Ads-Berichte übernommen werden. Maximal eine Stunde nach der Einrichtung sind die Daten verfügbar. In der Spaltenanpassung können ab diesem Zeitpunkt neue Messwerte ausgewählt werden.

Die Absprungrate gibt an, wie viele Nutzer lediglich die Zielseite besuchen und die Webseite im Anschluss verlassen, ohne eine zweite Seite des Shops zu besuchen. Die Kennzahlen Seiten pro Sitzung und durchschnittliche Sitzungsdauer geben einen genaueren Einblick in das Nutzerverhalten und der Anteil an neuen Sitzungen ist ein guter Indikator dafür, welche Anzeigen bereits interessierte Nutzer erreichen und welche im Gegensatz dazu zu mehr Sichtbarkeit innerhalb einer neuen Zielgruppe führen.

Suchkampagnen mit Google Analytics Insights verbessern

Zielgruppe: Im linksseitigen Menü unter der Option Zielgruppe befinden sich detaillierte Informationen über die Nutzer der Webseite: Von geographischen über demographische Merkmale bis hin zu Interessen und verwendeter Technologie. Während diese Daten auf Google Ads nur für über Google Ads entstandene Webseite-Besuche verfügbar sind, können auf Google Analytics alle Besucher in die Analyse aufgenommen werden. Dies ermöglicht es, die Zielgruppe besser zu verstehen.

Organische Suche: Unter dem Menüpunkt Akquisition findet ihr verschiedene Berichte zu allen Marketing-Kanälen. Besonders interessant ist hier die organische Suche. Durch diese Daten können organische Suchbegriffe und häufige Zielseiten identifiziert werden, die auch für Google Ads verwendet werden können.

Direkte Sitzungen: Die Google Kampagnen bringen viele Webseite-Besuche aber nur wenige Conversions? Je nach Produkt ist es nicht ungewöhnlich, dass Nutzer mehrere Besuche der Webseite benötigen, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden. Steigen die direkten Zugriffe immer dann, wenn auch die Google Klicks oder Impressionen zunehmen, ist es wahrscheinlich, dass genau dies der Fall ist und die Google Ads Kampagnen zu Käufen über direkte Sitzungen beitragen.

Attribution: Der Anteil an direkten Sitzungen ist nur ein erster Anhaltspunkt für die Auswertung des Gesamteffektes der Google Ads Kampagnen. Wer einen Schritt weiter gehen möchte wird im Bereich Conversions unter Modellvergleich fündig. Google Analytics arbeitet standardmäßig nach dem Last-Click-Prinzip. Dies bedeutet, dass die Conversion vollständig dem letzten Klick zugeordnet wird. Im Modellvergleich finden sich zudem die Optionen Erster Klick, Linear, Zeitverlauf und Positionsbasiert. Insbesondere für Google-Kampagnen, die in einer frühen Phase der Kaufentscheidung agieren, lohnt sich ein Blick in diesen Bericht.

Weitere wichtige Google Analytics Berichte

Ausstiegsseiten: Im Tab Websitecontent-Berichte findet ihr eine Liste der Ausstiegsseiten. Aus dieser geht hervor, von welchen Seiten aus die Webseite am häufigsten verlassen wird. Seht euch diese Seiten genauer an, um zu verstehen, warum Besucher an diesem Punkt aussteigen.

Websitegeschwindigkeit: Diese Gruppierung von Berichten enthält Informationen dazu, wie schnell die Webseite angezeigt wird. Im Bezug auf Google Ads ist dies besonders wichtig, um einen hohen Qualitätsfaktor zu garantieren, denn die Nutzererfahrung auf der Zielseite ist einer der nur drei ausschlaggebenden Elemente.

Die Verknüpfung von Google Analytics und Google Ads lohnt sich in jedem Fall, doch wer in der Optimierung noch einen Schritt weiter gehen will, sollte sich auch genauer mit den Berichten und Kennzahlen direkt auf Google Analytics vertraut machen. Die Zielgruppe und ihr Verhalten auf der Webseite zu verstehen, ist der Schlüssel zum maximalen Google Ads Erfolg.

Google Analytics 4 – Alles Neue im Überblick

Die nächste Generation von Google Analytics, genannt Google Analytics 4-Property, ist eine neue Art von Property, welche plattformübergreifendes Tracking ermöglicht und andere Berichte als die bisherigen Universal Analytics-Properties erstellt.

Das Nutzerverhalten auf der eigenen Webseite im Detail analysieren zu können, stellt die Basis für Optimierungen und Erfolgskontrolle dar – sowohl für die Webseite selbst als auch für die verschiedenen Akquise-Kanäle. Google Analytics ist der Klassenprimus unter den Tracking-Lösungen und dominiert den europäischen Markt der Web-Analyse dank intuitiver Bedienung und kostenloser Nutzung. Seit Oktober 2020 ist eine neue Version des Analysetools für Beta-Tester verfügbar, nun wurde es für alle Analytics-Konten eingeführt.

Was ist neu in Google Analytics 4?

Google Analytics 4-Properties verfolgen einen komplett neuen Ansatz der Datenanalyse, den es bisher so auf Google Analytics nicht gab.

Plattformübergreifendes Tracking: App und Webseite können in derselben Property gemessen werden, wodurch Marketer einen vollständigeren Überblick darüber erhalten, wie Nutzer mit dem Unternehmen interagieren. Domainübergreifendes Tracking ist weiterhin möglich, nun sogar einfach von der Plattform aus konfigurierbar.

Nutzer-Fokus: Während bei Universal Analytics der Fokus auf Sitzungen liegt, hat GA4 den Schwerpunkt auf dem Nutzer. Ereignisse wie Klick und Scroll sind standardmäßig enthalten und können ohne Code-Anpassungen in die Berichte aufgenommen werden.

Maschinelles Lernen: Universal Analytics arbeitet mit einfachen Algorithmen zur Analyse, Google Analytics 4 nutzt maschinelles Lernen, um Vorhersagen zu treffen. Dieses prädiktive Modell konzentriert sich auf zukünftige Trends, anstelle einer simplen Analyse der Vergangenheit. Smarte Insights erkennen Tendenzen und verhelfen zu proaktiverem Marketing.

Berichte: Das bisher standardmäßige UA basiert zu einem großen Teil auf Datenansichten mit verschiedenen Filtern. Bei GA4 sind Daten in diesem Format nicht verfügbar. Die neuen, visuell gestalteten Berichte beinhalten weiterhin Informationen zur Akquise, Demografie und Technologie, zudem aber auch Berichte zum Nutzer-Engagement, der Monetarisierung und Bindung.

Google Analytics 4 einrichten

Unter „Verwaltung“ in Google Analytics könnt ihr eine neue Property hinzufügen. Standardmäßig wird inzwischen bereits die Google Analytics 4 Property ausgewählt.

Nach der Erstellung der Property folgt der wichtigste Schritt: Die Erstellung der Datenstreams. Unter Verwaltung > Property findet ihr die Optionen, Streams für Apps und Web anzulegen. Gebt hier die URL der Webseite bzw. den Paketnamen der App an und folgt dem Assistenten, um festzulegen, welche Ereignisse automatisch erfasst werden sollen. Da nicht die Sitzungen, sondern Ereignisse Grundlage für GA4 sind, ist die Konfigurierung des Datenstreams unverzichtbar.

Der allgemeine Webseite-Tag kann wie gehabt direkt auf der Webseite, oder auch über den Google Tag Manager eingefügt werden. Wenn ihr bereits gtag.js auf eurer Website verwendet, kann dieser letzte Schritt übersprungen werden, indem ihr „Datenerhebung unter Verwendung der vorhandenen Tags aktivieren“ auswählt.

Google Analytics 4 und Datenschutz

Neue Datenschutzgesetze sind stets eine Herausforderung für Online-Werbetreibende. Die aktuelle Vorgehensweise zur Datensammlung scheint in Anbetracht der steigenden Sorgen bezüglich Sicherheit und Privatsphäre ein Auslaufmodell zu sein.

Die neue Version von Google Analytics nimmt sich diesem Problem an: Google Analytics 4 verspricht weniger Ungewissheit durch detaillierte Steuermodelle zur Datengewinnung und die Datensammlung ohne Cookies.

Zudem werden Daten, wie beispielsweise die IP-Adresse, standardmäßig anonymisiert. Dank Datenmodellierung können eventuell entstehende Lücken gefüllt werden, wodurch trotz erhöhter Privatsphäre alle nötigen Informationen zur Verfügung stehen.

Wie auch bisher gilt, dass ihr ein Opt-in der Nutzer benötigt, um Daten sammeln zu können. Die Fristen für die Aufbewahrung haben sich allerdings geändert und die Optionen sind in der neuen Version nun auf 2 und 14 Monate beschränkt.

Google Analytics 4 steckt noch in den Kinderschuhen, was viele Marketer vorerst davon abhalten wird, komplett auf die neue Version umzusteigen. Wir empfehlen, bereits jetzt eine Google Analytics 4-Property zu erstellen und diese parallel zu den bisherigen Properties zu verwenden. Dadurch werden bestehende Daten und Analyse-Möglichkeiten nicht beeinträchtigt, du kannst aber bereits wichtige Informationen sammeln und von den schrittweisen Verbesserungen und Erkenntnissen des Tools profitieren. Universal Analytics und Analytics 4 schließen sich keinesfalls aus, vielmehr bieten sie unterschiedliche Sichtweisen auf das Geschehen deiner Webseite.