Responsive Suchanzeigen – halten sie, was sie versprechen?

Mit den sogenannten RSA, responsiven Suchanzeigen, geht Google einen weiteren Schritt Richtung Automatisierung seiner Werbeplattform. Was genau steckt hinter diesem Anzeigenformat und lohnt sich die Erstellung der responsiven Anzeigen?

Bereits seit 2018 können responsive Suchanzeigen geschaltet werden. Die Grundidee? Ein einfaches Baukastensystem. Werbetreibende geben eine Liste an möglichen Inhalten für die Anzeigen an, Google kümmert sich im Anschluss an die Zusammenstellung der Elemente für die Anzeige. Dadurch ergibt sich ein halbautomatisches System, bei dem der Marketer zwar die Kontrolle über die Inhalte der Anzeige, jedoch nicht die genaue Präsentation hat.

Erweitert, dynamisch, responsiv?

Schon lange gibt es auf Google nicht nur ein Format für Textanzeigen. Bei all den verschiedenen Anzeigenformaten und unterschiedlichen Optionen zur Automatisierung kann durchaus Verwirrung aufkommen.

Erweiterte Textanzeigen: Diese Anzeigen sind die Weiterentwicklung der ursprünglichen Standard-Anzeigen, welche inzwischen nicht mehr unterstützt werden. Die Anzeigen bestehen aus bis zu drei Anzeigentiteln mit maximal 30 Zeichen, sowie zwei Beschreibungen mit bis zu 90 Zeichen. Alle Inhalte werden vom Nutzer angegeben und von Google exakt übernommen.

Responsive Suchanzeigen: Die Zeichenbeschränkungen sind dieselben wie auch bei den erweiterten Textanzeigen. Allerdings besteht die Möglichkeit, bis zu 15 verschiedene Titel und vier Beschreibungen anzugeben, die Google dann beliebig kombiniert.

Dynamische Suchanzeigen: Dieser Anzeigentyp wird in gesonderten Kampagnen verwendet. In dynamischen Suchkampagnen nutzt Google Inhalte der Webseite, um relevante Suchbegriffe zu identifizieren, Zielseiten zu wählen und Anzeigentexte zu erstellen.

Während bei dynamischen Suchanzeigen weder Anzeigentexte noch Keywords angegeben werden, sind responsive Suchanzeigen lediglich eine Alternative zu klassischen Textanzeigen in regulären Suchkampagnen. Durch die Automatisierung der Auslieferung verspricht Google mehr Flexibilität und bessere Ergebnisse.

Responsive Suchanzeigen erstellen

Im Tab Anzeigen und Erweiterungen des Seitenmenüs lassen sich bereits bestehende Anzeigen einsehen. Auf derselben Seite befindet sich auch das übliche Pluszeichen, durch das neue Elemente hinzugefügt werden können. Hier steht neben der Erstellung einer Textanzeige auch die Option zur Erstellung einer responsiven Suchanzeige zur Verfügung.

Nun können mehrere Anzeigentitel und Beschreibungen angegeben werden. In einer Vorschau werden einige Beispielanzeigen zusammengestellt, die aus der Kombination dieser Elemente entstehen könnten. Allerdings werden nicht alle Kombinationen gezeigt, sondern nur eine kleine Auswahl der vielen Möglichkeiten.

Vor- und Nachteile responsiver Suchanzeigen

Die Vorteile responsiver Suchanzeigen scheinen auf der Hand zu liegen. Durch eine Vielzahl an möglichen Anzeigen und die Optimierung seitens Google, können relevantere Anzeigen geschaltet werden, die sowohl Klick- als auch Abschlussraten erhöhen. Da nicht manuell getestet werden muss, sondern die Automatisierung vom maschinellen Lernen profitiert, wird außerdem viel Zeit gespart, die für sonstige Kampagnen-Optimierungen verwendet werden kann.

Die flexiblen Anzeigen, die sich automatisch an die Breite des Endgerätes des Suchenden anpassen, können zudem aufgrund der unterschiedlichen Anzeigentitel und Beschreibungen an mehr Auktionen teilnehmen als statische Textanzeigen. Sprich: Sie können bei einer größeren Anzahl an Suchanfragen ausgeliefert werden. Dies kann zu einem Anstieg an Impressionen, Klicks und Abschlüssen im Vergleich zu erweiterten Textanzeigen führen.

Der Hauptnachteil von responsiven Suchanzeigen liegt wie so häufig bei automatisierten Google-Funktionen im Bereich der Ergebniskontrolle und -auswertung. Daten bezüglich der Klicks und Abschlüsse sind nur für die Anzeige als Ganzes, nicht aber für jede Variation verfügbar. Allgemeine Daten bezüglich Impressionen und verwendeter Variationen lassen sich im Assetbericht für responsive Suchanzeigen einsehen. Für versierte Marketer mit hohen Ansprüchen an quantitative Einblicke sind die Informationen allerdings nicht ausreichend.

Lohnen sich responsive Suchanzeigen?

Die Meinungen der Experten könnten unterschiedlicher nicht sein. Während viele Werbetreibende mit statischen Anzeigen bessere Ergebnisse erzielen, schwören andere auf responsive Suchanzeigen. Beide Seiten verweisen auf Beispieldaten eigener Google Konten. Damit wird offensichtlich, dass alleine die Erstellung von responsiven Anzeigen nicht zwingend zu einer Verbesserung der Ergebnisse führt. Vermeidet die folgenden Fehler, um mit responsiven Suchanzeigen Erfolg zu haben.

Alles dem Algorithmus überlassen: Responsive Anzeigen versprechen, die passende Kombination aus Anzeigentiteln und -beschreibungen für jede Suche zu finden. Lasst euch von diesem Versprechen jedoch nicht täuschen. Responsive Suchanzeigen können dazu verleiten, dieselben Anzeigen in einer Vielzahl an Anzeigengruppen und Kampagnen zu verwenden. Auch wenn Google die Anzeigen automatisch optimiert, sollten wir unseren Teil zur Anzeigenrelevanz beitragen. Wie auch bei klassischen Textanzeigen ist es daher von höchster Bedeutung, die Anzeigeninhalte an die Anzeigengruppe anzupassen, um die Übereinstimmung mit den Suchbegriffen zu erhöhen.

Zu viele responsive Anzeigen: Pro Anzeigengruppe sind maximal drei responsive Anzeigen möglich, empfohlen wird aber nur eine einzige. Dies rührt daher, dass das maschinelle Lernen mit zu vielen responsiven Anzeigen längere Zeit in Anspruch nimmt. Aus den 15 möglichen Titeln und 4 möglichen Beschreibungen wählt Google je nach Suche zwei bis drei Titel und eine oder zwei Beschreibungen aus. So bietet eine einzige responsive Suchanzeige bereits über 40.000 Kombinationsmöglichkeiten. Dies ist Grundlage genug, um erfolgreiche Kombinationen zu finden.

Keine angepinnten Elemente: Während die Vielzahl an Kombinationen hohes Potenzial für Optimierung mit sich bringt, besteht zugleich die Gefahr, dass wichtige Elemente nicht immer gezeigt werden. Den Markennamen oder die wichtigste Botschaft in mehreren Titeln und Beschreibungen zu wiederholen ist allerdings keine gute Alternative, da Google die Elemente beliebig kombiniert und Anzeigen durch die Wiederholung schnell unnatürlich oder sehr repetitiv klingen. Eine bessere Lösung ist das Anpinnen einzelner Titel oder Beschreibungen. Anpinnen bedeutet, dass das ausgewählte Element an eine bestimmte Position fixiert wird. So erscheint dieses bei jeder Auslieferung an der gewählten Position.

Richtig konfiguriert sind responsive Suchanzeigen ein leistungsstarkes Anzeigenformat, das durch Flexibilität und maschinelles Lernen zu mehr Impressionen und besseren Ergebnissen beitragen kann. Mit zwei erweiterten Textanzeigen sowie einer responsiven Suchanzeige pro Anzeigengruppe schafft ihr die perfekte Basis, um selbst zu testen, welches Format eure Bedürfnisse besser erfüllt.

6 Tipps für einen höheren Google Ads Qualitätsfaktor

Praktische Ideen, um den Qualitätsfaktor auf Google zu erhöhen. Mit diesen einfachen und schnell umsetzbaren Methoden gehören niedrige Quality Scores der Vergangenheit an!

Der Qualitätsfaktor beeinflusst, wie viel wir pro Klick auf Google Ads zahlen und ob unsere Anzeigen geschaltet werden. Kein Wunder also, dass viele Marketer nahezu von dieser Kennzahl besessen sind.

Bei dem Qualitätsfaktor handelt es sich um eine Zahl von 1 bis 10, die jedem Keyword einzeln zugeordnet wird. Diese Kennzahl setzt sich aus drei Elementen zusammen: Anzeigenrelevanz, voraussichtliche Klickrate und Nutzererfahrung auf der Zielseite. Der Qualitätsfaktor beschreibt dadurch den gesamten Suchprozess und für optimale Ergebnisse müssen alle Faktoren in Betracht gezogen werden. Im Folgenden findet ihr 6 praktische Tipps, um in allen drei Bereichen bessere Ergebnisse zu erzielen.

#1 Spezifische und natürliche Anzeigen

Viele Werbetreibende versuchen so viele Keywords wie möglich in einer Anzeige unterzubringen, um hohe Relevanz zu erzeugen. Diese Anzeigen wirken dadurch jedoch oftmals unnatürlich und weniger ansprechend auf die Suchenden. Um diesem entgegenzuwirken gilt die Faustregel, einen Suchbegriff höchstens zwei Mal pro Anzeige zu verwenden. Keyword-Platzhalter in Überschriften können eine gute Alternative sein, um zwar die gesuchten Begriffe zu verwenden, zeitgleich aber auch der natürlichen Sprache der Nutzer zu folgen.

Anstatt möglichst viele Informationen in einer Anzeige zu übermitteln, solltet ihr euch zudem auf die wesentlichen Vorzüge konzentrieren. Findet heraus, welche Faktoren für eure Zielgruppe am wichtigsten sind, und nutzt lediglich diese in den Anzeigentexten. Der Nutzer muss das Gefühl haben, genau das zu finden, wonach er sucht.

#2 Das schwächste Glied stärken

Jeder einzelne der drei genannten Bereiche trägt einen wichtigen Teil zum Qualitätsfaktor bei. Daher bietet es sich im Idealfall an, alle drei Faktoren zu optimieren. Um mit begrenzter Zeit effizient schnelle Verbesserungen zu erzielen, macht es aber Sinn, für diese Optimierungen klare Prioritäten zu setzen.

In der Übersicht der Suchbegriffe eines Kontos oder einer einzelnen Kampagne, lassen sich weitere Spalten zum Qualitätsfaktor hinzufügen. Diese helfen dabei, den letztendlichen Qualitätsfaktor zu verstehen, und zeigen auch, in welchem Bereich das größte Potenzial besteht. Ist einer der drei maßgeblichen Faktoren besonders niedrig, können mit Verbesserungen in diesem Bereich die größten Sprünge erzielt werden.

#3 Zielseite optimieren

Häufig verlinken Anzeigen zur Homepage eines Unternehmens, da diese allgemein gehaltenen Seiten oftmals die ausführlichsten Informationen enthalten. Für einen Nutzer ist dies aber nicht optimal. Wer beispielsweise auf eine Anzeige für eine Krankenversicherung klickt, will auf der Zielseite nicht den gesamten Leistungskatalog des Unternehmens finden und sich zwischen Haftpflicht- und Lebensversicherung den Weg zu dem gewünschten Produkt suchen müssen. Die Zielseite sollte also stets die logische Weiterführung der Anzeige sein.

Eine wichtige Kennzahl, die dabei hilft, die Qualität der Zielseite zu beurteilen, ist die Absprungrate. Ein Absprung bedeutet, dass ein Nutzer nur eine einzige Seite der Website besucht und sie daraufhin verlässt. Um diese Rate gering zu halten, ist neben einer klaren Botschaft und sinnvollen CTAs auch die Bereitstellung eines verständlichen Navigationsmenüs entscheidend. Lange Zeit war es gang und gäbe, Zielseiten so zu gestalten, dass Besucher wenig oder keine Navigationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dies hat allerdings nur dann Erfolg, wenn alle eventuell nötigen Informationen auf eben dieser Zielseite verfügbar sind. Eine klare Navigation hilft dem Nutzer, mögliche Zweifel zu beseitigen und sich genauer zu informieren, was wiederum zu niedrigeren Absprungraten führt.

#4 Negative Keywords

Negative Keywords können nie oft genug erwähnt werden. Das gezielte Einsetzen dieser Keywords trägt sowohl zu höherer Anzeigenrelevanz als auch zu besseren Klickraten bei.

Durch die Verwendung der Keyword-Optionen „Passende Wortgruppe“ und „Genau passend“ lassen sich viele irrelevante Suchen bereits ausschließen. Trotzdem sind diese Optionen keine Garantie. Anhand des Berichtes zu Suchbegriffen lässt sich herausfinden, ob manche Suchanfragen beispielsweise in einem Kontext verwendet werden, der die Anzeige irrelevant macht oder eine niedrige Kaufabsicht vermuten lässt. Ist dies der Fall, können negative Keywords Abhilfe schaffen.

#5 Mehr Platz für mehr Klicks

Wer mehr Platz in den Suchergebnissen einnimmt, erhöht die Chancen auf einen Klick. Erweiterte Textanzeigen sind das Zauberwort: Sie ähneln Standardtextanzeigen, bieten aber mehr Platz für Informationen und sind dadurch prominenter in den Suchen. Neben einem dritten Anzeigentitel verfügen sie zudem über bis zu 90 Zeichen pro Beschreibung.

Auch Anzeigenerweiterungen helfen dabei, mehr Platz einzunehmen und dadurch Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Vorsicht: Wir raten davon ab, Anzeigenerweiterungen für das gesamte Konto einzustellen, sofern es sich nicht um sehr allgemeine Informationen handelt, die für alle Nutzer von Bedeutung sind. Besser ist es, die Erweiterungen genauso wie auch die Anzeigen selbst an die Kampagne oder sogar die Anzeigengruppe anzupassen.

#6 Den gesamten Prozess prüfen

Es klingt so simpel, ist aber von höchster Bedeutung. Mit ständigen AB-Tests, die alle jeweils ein bestimmtes Ziel verfolgen, fällt es oft schwer, den gesamten Prozess und Endnutzer nicht aus den Augen zu verlieren. Neben der Optimierung von Anzeigen auf Klickraten, Zielseiten auf Absprungraten oder Keywords auf ROAS kann der Mensch am anderen Ende des Bildschirms in den Hintergrund rücken.

Stellt zwischen all den quantitativen Tests regelmäßig sicher, dass der Prozess von A bis Z für den Suchenden sinnvoll ist. Wenn ein Kunde nach einer beleuchteten Tastatur sucht, sollte eine gute Kampagne das Keyword beleuchtete Tastatur enthalten, beleuchtete Tastatur im Anzeigentext erwähnen und beleuchtete Tastatur auf der Zielseite anzeigen. Dafür bedarf es keinerlei Daten, sondern lediglich einer manuellen, qualitativen Auswertung der wichtigsten Anzeigengruppen oder Suchbegriffe.

Den Qualitätsfaktor zu verbessern ist ein kontinuierlicher Prozess. Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten, die Anzeigenrelevanz, voraussichtliche Klickrate und Nutzererfahrung zu verbessern. Konzentriert euch am Anfang auf die Bereiche, in denen ihr unterdurchschnittlich abschneidet, um schnell erste Erfolge zu sehen.

3 einfache Ansätze, um Google Ads Budgets zu planen

Die idealen Kosten für Google Ads Kampagnen zu bestimmen ist oft keine leichte Aufgabe, schließlich spielen viele Faktoren eine Rolle in der Höhe der tatsächlichen Ausgaben. Mit unseren Tipps gelingt die Prognose!

Zu Monats-, Quartals- oder Jahresbeginn stellen sich Google Marketer häufig die Frage der Fragen: Welche Summe werde oder sollte ich im nächsten Zeitabschnitt auf Google ausgeben? Diese Schätzungen sind besonders dann wichtig, wenn das Marketingbudget zwischen mehreren Kanälen aufgeteilt werden muss. Ist die Google-Schätzung zu hoch oder zu niedrig, nehmen wir entweder einem anderen Kanal die Chance, dieses Budget zu verwenden, oder geraten im Laufe des Monats in Schwierigkeiten, wenn wir bereits zu viel ausgegeben haben. Mit einem methodischen Vorgehen kann dies aber vermieden werden und wir können eine gute Grundlage schaffen, um unsere Budgets realistisch zu planen.

Die Schlüsselfrage zu Beginn

Wie bei der Planung eines Google Ads Budgets vorgegangen werden sollte, hängt von den Grundvoraussetzungen ab. Handelt es sich um ein Google Ads Konto, das bereits aktiv ist und über einen längeren Zeitraum Daten sammeln konnte, ist die Einschätzung deutlich einfacher als bei der Ersterstellung eines neuen Kontos. Um den richtigen Ansatz zu finden solltet ihr mit der folgenden, simplen Frage beginnen: Liegen bereits Daten vor?

Wenn bereits verlässliche Daten vorliegen, könnt ihr aus diesen das Potenzial der Kampagnen erschließen. Liegen keinerlei Daten vor, ist der Google Keyword-Planer die erste Anlaufstelle. Liegen zwar Daten vor, doch es sind große Änderungen geplant, solltet ihr beides kombinieren.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist, ob bestimmte Ziele wie Kosten pro Kunde, monatliche Neukunden, oder Seitenbesuche bereits festgelegt wurden und erfüllt werden müssen.

Budgets basierend auf Keywords

Wenn ein Konto noch über keine Daten verfügt oder neue Keywords hinzugefügt werden sollen, ist der kostenlose Keyword-Planer von Google das wichtigste Instrument.

Über den Menüpunkt „Neue Keywords entdecken“ lassen sich nicht nur neue Keywords finden, sondern auch Vorhersagen zu diesen Suchbegriffen abrufen. Alternativ zum manuellen Hinzufügen einzelner Keywords gibt es außerdem die Option, die eigene Webseite zu durchsuchen, um automatisch Suchbegriffe basierend auf dem Inhalt der Seite zu finden. Zur Inspiration ist letztere Methode sehr hilfreich, allerdings sollte die Liste gut überprüft werden, um nur die tatsächlich relevanten Keywords zu betrachten. Dieser Website-Scan bietet sich hauptsächlich dann an, wenn die Seite bereits für SEO optimiert wurde.

Unabhängig von gewähltem Ansatz findet sich in der Ergebnisliste das monatliche Suchvolumen pro Suchbegriff, sowie die durchschnittlichen und maximalen Kosten pro Klick. Diese Klickkosten können in der Praxis je nach Konkurrenz und Qualitätsfaktor von den ursprünglichen Daten abweichen, als Richtwert eignen sich die Daten aber bestens. Multipliziert man das Suchvolumen und die geschätzten Klickkosten pro Keyword, erhält man die Gesamtkosten pro Keyword. Die Summe daraus ergibt das nötige Google Ads Budget.

Wem das errechnete Budget zu hoch erscheint, muss sich jedoch keine Sorgen machen. Diese Rechnung zeigt nur, was möglich wäre und selbstverständlich kann auch ein niedrigeres Budget gewählt werden. Wer einen bestimmten Betrag nicht überschreiten möchte sollte im Idealfall die Keywords nach Kaufabsicht in Gruppen zusammenfassen und die Gruppen von höchster zu niedrigster Kaufabsicht ordnen. Das Budget wird dann den Gruppen in absteigender Reihenfolge zugeteilt, bis es ausgeschöpft ist. So erhalten die wichtigsten Suchbegriffe das nötige Budget, um keine Impressionen dieser Top-Keywords zu verlieren und Suchbegriffe mit geringer Kaufabsicht erhalten weniger oder kein Budget.

Budgets basierend auf den gewünschten Ergebnissen

Wenn es eine bestimmte Zielsetzung gibt, lässt sich das Budget aus den vorgegebenen KPIs errechnen. Sollen beispielsweise 500 Seitenbesuche pro Tag erzielt werden und die durchschnittlichen Klickkosten des Accounts oder der entsprechenden Suchbegriffe betragen 0,50€ benötigt man tägliches Budget von 250€. Da eine Impression keine Kosten verursacht und lediglich beim Klick Kosten entstehen, ist die Rechnung einfach. Gewünschte Seitenbesuche x durchschnittliche Klickkosten = Gesamtkosten.

In den meisten Fällen ist nicht der Besuch der Webseite, sondern ein Abschluss, beispielsweise ein Anruf, das Ausfüllen einer Lead-Form oder ein Kauf, erwünscht. Sofern Daten oder konkrete Ziele bezüglich dieser Abschlüsse vorliegen bleibt die Rechnung ähnlich einfach: Sollen 10 Käufe pro Tag erfolgen mit durchschnittlich 25€ Kosten pro Kunde, muss das Tagesbudget 250€ betragen: Käufe x Kosten pro Kunde = Gesamtkosten.

Beachtet bitte: Wenn ihr auf Google ein Tagesbudget fest legt, bedeutet das nicht, dass täglich höchstens diese Summe ausgegeben wird. Aus dem Tagesbudget berechnet Google lediglich ein Monatsbudget, welches nicht überschritten wird. Innerhalb dieses Rahmens erlaubt es sich Google aber, an einem Tag bis zu das doppelte des ursprünglich festgesetzten Tageswertes auszugeben und die entstandenen Mehrkosten an anderen Tagen einzusparen. Das Monatsbudget berechnet sich wie folgt: Tagesbudget x 30,4 = Monatsbudget.

Budgets basierend auf historischen Daten

Innerhalb eines Google-Kontos finden sich viele Daten, die bei der Einschätzung des Potenzials einer Kampagne, und dadurch bei der Festlegung ihres Budgets, helfen können. Der womöglich wichtigste Messwert ist der „Anteil an möglichen Impressionen“. Er beschreibt den Prozentsatz der erzielten Impressionen in Bezug auf alle erzielbaren Impressionen. Konkret bedeutet dies, dass dieser Prozentsatz uns Hinweise darauf gibt, wie viele Impressionen wir mit unseren bestehenden Keywords und Anzeigen erzielen könnten.

Dieser Anteil kann in den Kampagnenstatistiken zu den Spalten hinzugefügt werden. In der Kategorie Wettbewerbsmesswerte findet sich zunächst der Prozentsatz „Anteil an entgangenen Impressionen im Suchnetzwerk (Budget)“. Jeder Wert, der höher als 0% ist, weist darauf hin, dass mit einem höheren Budget mehr Impressionen erzielt werden könnten, ohne zusätzliche Suchbegriffe zu benötigen oder die Gebotsstrategie verändern zu müssen. Liegt der Wert beispielsweise bei 50%, könnte mit einer Erhöhung des Budgets eine doppelt so hohe Anzahl an Impressionen erzielt werden.

Zusätzlich gibt es den Messwert „Anteil an entgangenen Impressionen im Suchnetzwerk (Rang)“, welcher angibt, wie viele Impressionen verloren wurden, weil andere Anzeigen die Auktion gewannen. Wer seine Gebote manuell festlegt sollte hier zunächst die maximalen Klickkosten pro Keyword bestimmen: Maximaler Preis pro Kunde x Abschlussrate = Maximale Klickkosten. Wenn beispielsweise pro Kunde Kosten von maximal 25€ entstehen sollen und die Abschlussrate bei 10% liegt, dürfen nicht mehr als 2,50€ pro Klick ausgegeben werden. Sobald das maximale Klickgebot bestimmt ist, lässt sich mit Hilfe des Gebotssimulators herausfinden, wie viele Klicks zu maximal diesem Klickpreis generiert werden können. Die Gesamtkosten berechnen sich daraufhin wie gehabt: Klicks x durchschnittliche Klickkosten = Gesamtkosten.

Dieser Ansatz ist etwas aufwändiger als Einschätzungen beruhend auf dem Keyword-Planer, doch der Aufwand lohnt sich. Die zugrunde liegenden historischen Daten basieren auf dem jeweiligen Konto und sind daher ein genauerer Richtwert für durchschnittliche Klickkosten als der Keyword-Planer, welcher konto- oder keywordspezifische Werte wie den Qualitätsfaktor nicht in seine Einschätzungen einbeziehen kann.

Google Ads Kosten vorherzusagen ist kein Hexenwerk, doch bedarf einer sorgfältigen Recherche der Suchbegriffe, Klickkosten und – sofern verfügbar – Wettbewerbsmesswerte. Wie so häufig ist auch bei der Planung der Budgets entscheidend, die Ziele im Voraus so genau wie möglich festzusetzen, um die Google Ads Strategie daran ausrichten zu können.

3 wichtige Google Ads Lektionen

3 wichtige Lektionen, die wir aus 2020 mitnehmen, um 2021 noch bessere Google Anzeigen zu schalten.

Schon lange war ein Jahresende nicht mehr so sehr ersehnt wie das Ende des vergangenen Jahres. 2020 abhaken und den Blick nach vorne richten? Gerne, aber vergessen wir dabei nicht die wichtigen Lektionen, die wir ins neue Google Ads Jahr mitnehmen können.

#1 Anpassungsfähigkeit zahlt sich aus

Wer im Online Marketing aktiv ist, hat sich vermutlich schon längst an ein bestimmtes Maß an Ungewissheit gewöhnt. Im Vergleich zu traditionellen Marketing-Kanälen, stehen Veränderungen im Online-Bereich nahezu an der Tagesordnung.

Das Jahr 2020 hob dies aber auf eine neue Ebene. Änderungen seitens Plattformen wie Google und Facebook rückten nur auf Platz 2 in der Liste der großen Herausforderungen. Während viele Unternehmen mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen hatten, konnten andere von niedrigen CPCs und vermehrtem Online-Shopping profitieren. Eines hatten aber alle gemeinsam: Die Fähigkeit, sich schnell an eine kaum vorhersehbare Situation anzupassen, war wichtiger denn je.

Was wir daraus mitnehmen? Online Marketing unterliegt einem ständigen Wandel, doch nicht immer fällt es leicht, alte Prozesse und Strategien zu überdenken oder von Grund auf zu erneuern. An Ideen festzuhalten, nur weil diese bis vor Kurzem noch gute Ergebnisse brachten, können wir uns im schnelllebigen Google Ads Umfeld nicht erlauben. Dieses auf so viele Weisen ungewöhnliche Jahr führte uns vor Augen, wie wichtig es ist, uns stets weiterzuentwickeln, anzupassen und neue Gegebenheiten zu unserem Vorteil zu nutzen.

#2 Automatisierung lässt sich nicht aufhalten

Machine Learning entstand nicht erst 2020. Doch wer sich bislang noch gegen Automatisierungen sträubte, musste nun feststellen, dass zukünftig kaum ein Weg daran vorbeiführt. Smarte Kampagnen, responsive Such- und Displayanzeigen, automatische Gebotseinstellung – der Schwerpunkt der Neuerungen innerhalb der Google Ads Plattform lag unumstritten auf Tools zur Automatisierung und alles deutet darauf hin, dass dies nur die ersten Schritte waren.
Für Werbetreibende besteht die Herausforderung nun darin, herauszufinden, wo Automatisierung zu besseren Ergebnissen führt und welche Aufgaben andererseits nach wie vor die humane Komponente oder spezifische Branchenkenntnis benötigen. Anstatt stundenlang manuelle Tests und Anpassungen durchzuführen, können Google Marketer nun eine strategischere Rolle einnehmen: Ergebnisse des Algorithmus auswerten und hinterfragen, bei Veränderungen selbst eingreifen und neue, kreative Wege finden, sich von der Konkurrenz abzuheben.

#3 Unvollständige Daten rücken Nutzer in den Mittelpunkt

Während im SEO-Bereich lückenhafte Daten schon längst zum Tagesgeschäft gehören, waren PPC Werbetreibende bislang mit äußerst kompletten und umfangreichen Daten gesegnet, welche die Grundlage für Entscheidungen bildeten. Mit Google’s neuesten Einschränkungen in der Transparenz der Berichte zu Suchbegriffen bricht jedoch ein neues Zeitalter an.
Die Ankündigung der Änderungen rief unzählige negative Reaktionen hervor. Doch wie bei den 5 Phasen der Trauer folgt auf Leugnen, Wut, Verhandeln und Depression auch hier schlussendlich Akzeptanz. Statt in der Erinnerung guter Zeiten mit nahezu lückenlosen Datensätzen zu schwelgen, sollten wir nun lernen, uns mit unvollständigen Zahlen wohl zu fühlen und diese neue Realität zu navigieren.
Der Verlust von Daten stellt nicht nur eine Herausforderung, sondern zeitgleich auch eine Chance dar. In einem Umfeld, in dem es bisher möglicherweise zu leicht fiel, in dem Wald von Daten den Menschen auf der anderen Seite des Bildschirms zu übersehen, haben wir nun allen Grund, den Endnutzer wieder in den Mittelpunkt zu rücken. In der Praxis bedeutet dies, dass wir uns mehr auf das Gesamtbild als auf tausende einzelne Suchbegriffe konzentrieren: Der Kontext der Suchen, sowie ihre zentralen Themen und Interessen zu verstehen, ist der Schlüssel zum zukünftigen Google Ads Erfolg.

Die vergangenen Monate haben uns viel gelehrt und uns zu besseren, anpassungsfähigeren und kreativeren Marketern gemacht. Jetzt ist die Zeit gekommen, dank des Gelernten mit unseren Google Ads 2021 neue Höhen zu erreichen!